Einstimmig: Kindergartenneubau im Forstgarten
26.01.2012 - (von Armin Einsele) Trotz eines letztlich einstimmigen Votums in seinem Sinne sah sich Bürgermeister Jürgen Heß einer ungewohnt harschen Kritik der CDU-Fraktion bei der Debatte um einen Kindergartenneubau zur Ausweitung der Kleinkindbetreuung ausgesetzt. Angekreidet wurde dem Verwaltungschef, zu spät die Fakten zur Sprache gebracht zu haben, wodurch sich die Entscheidungsträger jetzt einem Zeitdruck ausgesetzt fühlten, der eine alternativlose Zustimmung zur vorliegenden Beschlussempfehlung erzwinge. Wie war es zu dieser für Kronau untypischen Unstimmigkeit gekommen?
Der Bestand von derzeit 20 Betreuungsplätzen für Kleinkinder muss sich verdoppeln, um dem ab August 2013 greifenden Anspruch auf einen Betreuungsplatz bereits ab dem vollendeten 1. Lebensjahr in der erwarteten Nachfrage gerecht zu werden. Die 2011 zunächst verfolgte Lösung, den Kindergarten in der Stefanienstraße zu erweitern, schied aus Kostengründen und ohne Vorwarnung für alle Beteiligten aus. Alle Varianten, Generalsanierungen mit Anbauten, wie auch ein Abriss mit Neuaufbau wären auf rd. 3 Mio. Euro gekommen. Ebenso haperte es an Außenspielflächen, zumal die Pfarrgemeinde keinen Weg sah, die seit Jahrzehnten verpachteten Nachbargärten einzubringen.
Neuüberlegungen der Verwaltung führten zu einem Kindergartenneubau im Forstgarten in der Ortsmitte. Er soll vier Kleinkindgruppen mit jeweils 10 Plätzen und die drei Gruppen für 3- bis 6-Jährige des Kindergarten Johannes Bosco in der Schulstraße aufnehmen. Mit einer 13-seitigen Ausarbeitung und zulasten anderer wünschenswerter Projekte, besonders der anvisierten Hallensanierung, warb Bürgermeister Jürgen Heß im Gemeinderat für diesen Plan. Die erhobenen Vorwürfe wies er zurück, die erzwungene Aufgabe des Wunschstandorts Stefanienstraße könne ihm nicht angelastet werden, die Verwaltung habe dann sehr wohl rasch gehandelt. Neben der Chance, künftig Senioren und Kinder mit konzeptionell beiderseits reizvollen Ansätzen nebeneinander betreuen zu können, spricht besonders die Finanzkomponente für das Projekt. Durch die Lage im Sanierungsgebiet wären neben Fachförderung nämlich auch Euros aus dem Sanierungstopf zu bekommen, angesichts der Baukosten von 2,5 – 2,8 Mio. Euro kein zu vernachlässigendes Argument, wie das Ortsoberhaupt unterstrich. Auch soll die neue Einrichtung als Ersatz für den Bosco-Kindergarten weiter in kirchlicher Trägerschaft betrieben werden, ein Planungswettbewerb daneben die architektonisch und wirtschaftlich beste Lösung hervorbringen. Beide Fraktionen favorisierten zunächst eine kommunale Trägerschaft, schlossen sich jedoch am Ende der Argumentation der Verwaltung an, die sich klar für eine kirchliche Trägerschaft positioniert hatte. Neu wird ein beratender Beirat sein. Er soll die Konzeption der neuen Einrichtung ebenso wie die gesamte Kindergartenentwicklung enger als es bislang die kommunalen Gremien taten begleiten. Hoffnung setzen beide Fraktionen in ein schlüssiges Verkehrskonzept, um kein Chaos im Ortskern aufkommen zu lassen. Zwar verzeichnete das Protokoll Einstimmigkeit zum abschließenden Votum, Euphorie über den erzielten Konsens war indes keinem Abstimmungsbeteiligten, noch den Zuhörern aus dem Umfeld der Kirchengemeinde und den Kindergärten anzusehen.
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