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Heimatverein Kronau - Legende aus der Kronauer Gemeindegeschichte: „So wahr mein Schöpfer über mir ist“


Heimatverein Kronau - Legende aus der Kronauer Gemeindegeschichte: „So wahr mein Schöpfer über mir ist“ 24.01.2012 - (von Frieder Scholtes) Die Legende ist eine dem Märchen, als auch der Sage verwandte literarische Gattung, meist hartnäckig als Wahrheit verfochten von den Einen, von den Widersachern aber als Erfindung aus dem Reich der Fabel belächelt. Legenden halten sich durch mündliche Überlieferung ewig und werden immer wieder hervorgeholt und aufgewärmt, nur beweisen lassen sie sich nie. Auch Kronau hat eine solche Legende, die sogar in die Chroniken der Gemeinde, wenn auch nur andeutungsweise Einzug hielt. Es geht um das Gewann Schweikhof an der östlichen Gemarkungsgrenze von Kronau. Die Feld- und Wiesenflächen sind zwar Teil der Mingolsheimer Gemarkung, in den Grundbüchern standen und stehen aber vorwiegend Kronauer Eigentümer. Diese Tatsache allein genügte schon den Verdacht zu schüren, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann.

Auch die Amtsschimmelgeschichte des damaligen Kreisdirektoriums in der Geschichte von Kronau (Prof. Dr. Konrad Dussel), das nach der Säkularisation 1803 einiges an Neuordnungen zu bewältigen hatte, schürten das Unwohlsein über eine eventuelle Übervorteilung. 
Die Kreisgrenze zwischen dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Kreis Karlsruhe verlief entlang des Landgrabens. Allerdings gehörte Kronau zum Amt Philippsburg, das dem Rhein-Neckar-Kreis zugeschlagen wurde. Mingolsheim und Langenbrücken dagegen gehörten zum Amt Bruchsal und somit zum Kreis Karlsruhe.
Der Antrag der Kronauer im Jahr 1812 sah vor, die Schweikhofwiesen nunmehr dem Amt Philipsburg zuzuschlagen, zumal dorthin ja auch die Abgaben zu zahlen seien. 
Das Hin und Her ging bis zum Jahr 1832, als die Kreiseinteilung aufgegeben wurde und Mingolsheim und Kronau wieder zur selben Oberbehörde gehörten. 
Da allerdings stellte die Steuerbehörde fest, die Schweikhofwiesen hatten -über Kislau- schon immer zu Mingolsheim gehört und da blieben sie trotz der Kronauer Änderungswünsche auch.
Die Legende besagt, dass bei der Neuordnung der Gemarkungsflächen der Grenzstein von einem Mingolsheimer Amtmann kurzerhand um einige hundert Meter in Richtung Westen bis nahe an den Ortsetter versetzt wurden. Er habe seine angenommene Missetat bestritten und vor der Obrigkeit seine Aussage mit dem Schwur, „So wahr mein Schöpfer über mir ist“ bekräftigt.
Listigerweise soll der Amtmann unter seinem Hut einen Suppenschöpfer versteckt haben. 
Immer wieder flammt die Mär um den „Kochlöffler“, wie der fintenreiche Beamte in Kronau genannt wird, auf.
Der alte Grenzstein aus dem Jahr 1841, der sich fast verschämt hinter dichtem Gestrüpp an der Straße nach Mingolsheim versteckt, sagt aber auch nicht anderes. Seine westliche Seite trägt die Aufschrift Kronau, ostwärts steht der Name Mingolsheim. Aber Richtung Süden und Norden stand da ursprünglich etwas anderes?
„Honi soit qui mal y pense –ein Schelm der Böses dabei denkt-„ sagte schon König Edward  III., als er  augenzwinkernd die Doppeldeutigkeit einer Aussage ausdrücken wollte.


 
 

 

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