Schulabschlussfeier 9. Klasse - Lieber einen kleinen Umweg machen, als gar kein Ziel haben
26.07.2010 - (von Frieder Scholtes) Nach 3 Jahren hatten erstmals wieder Hauptschüler der Erich Kästner Schule ihrer feierlichen Abschlussfeier einen Gottesdienst in der Kronauer Pfarrkirche voran gestellt. Darüber freute sich Pfarrer Bernd Kempf ganz besonders. „Der Weg zum schnellen Glück ist falsch, der richtige Pfad oft eng und schwierig“, gab der Ortsgeistliche den Protagonisten mit auf den Weg. Man solle lieber einen kleinen Umweg machen, als gar kein Ziel anzustreben“.
In der Aula der Erich Kästner Schule fand schließlich die weltliche, von Schülern. Lehrern und Elternbeiratsmitgliedern gestaltete Abschlussfeier statt. Die Veranstaltung war feierlich, das Programm anspruchsvoll und die Ausführung grandios. Man merkte kaum, dass die 21 Schüler beim Konzipieren, Darstellen und in der Regieführung ausschließlich autodidaktisch zu Werke gegangen waren.
Was aus den Schülern war, ist und werden könnte, zeigten die Eleven in einem Musical mit dem Titel „Klassentreffen 2030“. Sie blickten dabei in die Zukunft und nahmen sich selbst kräftig auf die Schippe. Sie persiflierten ihre Lehrer und schauten zurück auf ihre Schulzeit. Zu jeder Szene hatten sie mit enormem Einfühlungsvermögen Songs ausgewählt und mit Live-Unterstützung von Steven Knebel am Klavier und Andreas Frank am Schlagzeug vorgetragen.
Der musikalische Bogen spannte sich dabei von Hans Albers bis zu Michael Jackson.
Ein Highlight war hierbei der Ohrwurm von Ray Charles „Hit the Road Jack“.
„We are the world, we are the children”, skandierten die Darsteller schließlich hoffnungsfroh im gewaltigen Finale, in das auch das begeisterte Publikum einbezogen wurde.
Dieses dankte schließlich mit Standing Ovations für die gekonnte Darbietung.
Rektor Bernd Merklinger, der die Gäste begrüßte, war ebenso überwältigt wie die Lehrerschaft, die Eltern und die Gäste der Abschlussfeier. „Man merkte, dass diese Klassengemeinschaft ein gutes Team und der Zusammenhalt enorm ist und dass die Klasse mit einem Notendurchschnitt von 2,2 das Beste ist, was wir seit vielen Jahren hatten“, sagte Bernd Merklinger.
Von den 21 Ex-Neuntklässlern gehen künftig 17 in die Werkrealschule Kronau, um ihren mittleren Abschluss zu machen, ein Schüler geht in ein Berufsfindungsjahr eine Schülerin in die Wirtschaftsschule und zwei Schüler beginnen eine Lehre.
Bürgermeister Jürgen Heß verglich in seinem Grußwort die Klasse mit der Fußball-Nationalmannschaft: „Fest im Zusammenhalt, teamfähig, ehrgeizig und freundlich“. Er kam entsprechend einer Studie von Karl-Heinz Reinders zu dem Schluss, dass die Jugend viel besser ist, als ihr Ruf. Und forderte sie mit einem Wort von Sir Peter Ustinov auf, nicht nachzulassen: „Das Lernen hört nie auf und geht bis ans Lebensende“.
Den Förderpreis für die beste Gesamtleistung erhielten schließlich Jessica Fuchs und Sandro Lapolla, den Preis der Bechtold-Stiftung in Deutsch Ina Vetter und in Mathematik Sandro Lapolla, den Preis für vorbildliches soziales Engagement erhielten erneut Sandro Lapolla und Yannick Wramba
Die Klassenlehrerin Frau Liane Blank bewies bei ihren Abschiedsworten, wie emotional eine Lehrer-Schüler-Bindung sein kann. Für ihre Klasse sang sie schließlich die letzte Strophe von „We are the World …“. Gemeinsam mit Manuela Frank und Gabriele Öhler, den langjährigen Elternvertreterinnen der Klasse dankten die Schüler allen, welche sie durch ihre neunjährige Schulzeit begleitet hatten.
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